Tag 13 des Lichtes

February 27, 2018

-Rückblick auf eine wundersame Schwangerschaft-

Es ist morgens. Das sanfte, trübgraue Winterlicht scheint auf das Gesicht des kleinen Mannes. Er wird etwas wacher- der Hunger kommt wieder. Immer wieder. zehnmal täglich… wenigstens einer, der sich an regelmäßige Mahlzeiten hält. Und dafür braucht er sich nicht einmal in die Küche stellen.

Alles ist parat- einfach so. Naja fast jedenfalls. Den Mund ein paar Mal wie ein kleines Vöglein aufmachen, Zunge rausstrecken, gegebenenfalls etwas weinen, wenn die Mami denn nicht schnell genug ist und los geht’s. Mit schnellen Zügen und hechelndem Atem wird getrunken was das Zeug hält. Könnte mir ja jemand das Essen wegschnappen. Ich trinke auch einfach so viel es geht und was nicht passt, spucke ich der Mami eben aufs Shirt. Wozu trägt sie denn sonst Stoff um ihren Oberkörper.

Es ist schon echt ein Wunder, so ein kleiner Mensch. Eben hast du es noch monatelang im Bauch mit dir herumgetragen und schwupps, liegt es auf einmal vor dir und du kannst endlich sehen, was denn da so zappelt und hickst.

Und dabei kann die Schwangerschaft so unterschiedlich ablaufen. „Im zweiten Trimester erwartet Sie Ihre beste Zeit der Schwangerschaft- sie werden diese so richtig genießen und aufblühen.“

Ja klar. Es ist wirklich traumhaft schön, wenn der Magen einem direkt in der Kehle hängt und man mehrmals täglich ein Haus anzünden könnte mit dem Brennen im Hals.

Die ersten Monate waren auch besonders schön. Von Anfang an hatte ich jeden Tag eine permanente Übelkeit. Aber nicht nur morgens… nein… den ganzen Tag lang. Allein der Gedanke an Essen- es gab fast nichts, was ich in diesen mir Jahre vorkommenden Monaten essen konnte. Fressattacken gab es bei mir gar nicht- nur Übelkeit… und Übelkeit. Morgens, mittags, abends- manchmal auch nachts- Übelkeit. Ach ja und die Müdigkeit, die habe ich schon fast wieder vergessen. Aber so schlecht war die Müdigkeit gar nicht. Das war die einzige Medizin, die mir gegen dieses permanente Gefühl des sich übergeben Wollens half… aber nur solange ich schlief… jedenfalls manchmal.

Das letzte Schwangerschaftsdrittel ging dann eigentlich. Ich hiefte mich in der Nacht von Seite zu Seite. Denn ich war ja immer wach und konnte einfach nicht einschlafen. Pünktlich zur Nachtruhe fing auch der Kleine im Bauch an, mir Geschichten mit Händen und Füßen zu erzählen. Das Gefühl war tatsächlich wunderschön. Zu spüren, dass er da ist und das es ihm gut geht. Dem extremen Druck auf den Rippen nach zu urteilen, müsste er allerdings ein Riese werden. Mal abgesehen von dem Sodbrennen und dem Drücken im Hals, welches immer unerträglicher wurde. Nach einer handvoll Essen war ich bis Oberkante vollgestopft.

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