Der "Tastsinn" ist ein grundlegender Sinn für körperliches & geistiges Wohlbefinden!

 

Berührungen sind entscheidend für das gesamte Nervensystem. Sie geben Impulse an die Teile im Gehirn, die für die Entwicklung der anderen Sinne zuständig sind.

 

Das Fühlen ist also eines der wichtigsten Sinne, bei denen wir den Kindern Impulse zum Entdecken und Erleben schenken können.

 

Und genau deshalb haben wir uns dieses Thema als aller erstes rausgepickt! Es wird ein wahnsinnig umfangreicher Teil unserer "Freier Lernen" Plattform, denn Berührungen sind lebenswichtig!

Entwicklung des Tastsinns: 

 

Ein Baby erforscht im ersten Jahr alles mit Händen und Mund.

 

Eine Vorliebe für weiche Dinge entwickeln unsere Knirpse im zweiten Lebensjahr. (Ausgenommen sind hier meist hochsensible Kinder- die bevorzugen klare, härtere Beschaffenheiten)

 

Im dritten Lebensjahr können Kinder Dinge tastend unterscheiden, ohne sie zu sehen. Sie fühlen, was heiß , was warm und was kalt ist.

 

Formen und Strukturen können unsere Knirpse im Vorschulalter differenzieren.

Quelle: Ylna Ellneby Die Entwicklung der Sinne, Wahrnehmungsförderung im Kindergarten, Lambertus 1997 -> altes Buch, aber ziemlich genial & kompalt!

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Mit Händen & Füßen

Alles was wir berühren und spüren, geben die Rezeptoren der Haut an unser Gehirn weiter. 

 

Welche Beschaffenheit hat der Sand im Buddelkasten und wie fühlt sich nasser Sand an. Wie verhält sich der Trockene in meiner einen Hand im Gegensatz zum Nassen in der anderen Hand. Warum pieksen Dornen und andere Pflanzen nicht. 

 

Dinge, die man anfassen kann, enthalten sehr viele Informationen. All diese werden nun also ans Gehirn weitergeleitet und mit anderen Infos verknüpft. 

 

Das Gehirn wächst und baut sich aus.

 

Um die Welt im Ganzen also besser zu verstehen, kannst du deinen Kindern viele Möglichkeiten der Sinneswahrnehmung "Fühlen" anbieten.

 

Die folgenden Actionkarten geben dir und deinen Mäusen Inspirationen zum Entdecken des taktilen Sinnes.

Mit Fingermalfarben lassen sich sich so einige matschige Erfahrungen machen und das nicht nur auf dem Papier! Versucht es doch mal auf einer riesiges Leinwand, schick dein Kind in die Badewanne mit ein paar Töpfchen Farbe oder macht euch schicke Körperbemalungen. Theoretisch könnte man Fingermalfarbe auch einfach aus Wasser und Mehl anmischen und mit Lebensmittelfarbe in eine Wunschfarbe verwandeln. Mich hat diese Variante allerdings nicht ganz überzeugt, weil sie noch am selben Tag verbraucht werden sollte (sonst ensteht ein blubbriger Teig) und sie auf Papier eher ein staubiges Ergebnis nach dem Trocknen hinterlässt. Für die Badewanne aber sicher eine Ressourcen- und geldsparende Lösung.

Fingermalfarbe

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Formen

Kneten ist eine sehr gute Form, das Fühlen wahrzunehmen. Es ist so vielfältig und doch so einfach. Vielleicht erinnerst du dich an deine Kindheit und willst auch heute noch die weiche Knete in deinen Händen rollen, zusammendrücken, Löcher reinpieksen, Perlen in die Oberfläche drücken, mit einem Messer schneiden... All dies aktiviert den Tastsinn und schickt viele Impulse ans Gehirn.

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Sandige Angelegenheit

Klarer Himmel. Stille.

Wenn Kinder mit Sand spielen ist es meist ruhig. Vor allem in Kombination mit Wasser sind Kinder vollkommen in ihrem Element. Ihr Geist ist offen. Offen, die Welt zu erforschen. Gerade diese zwei Elemente können so viele Empfindungen weitergeben. Wie fühlt sich Sand oder Erde auf der Haut an? Wie ist es unter der Schwere des Sandes eingebuddelt zu werden und was passiert, wenn ich Wasser dazu gebe? So wahnsinnig spannend für unsere kleinen Köpfe und selbst wir Großen haben immer wieder Spaß daran, Kleckerburgen zu bauen und ein perfektes  Verhältnis von Wasser zu Sand in den Händen zu spüren, um mit den matschigen Tropfen die höhsten Türme zu bauen. 

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Es wird nass!

Ich habe mich hier auf das Fühlen und Erspüren von Wasser an sich fokussiert. Wie fühlt sich ein Eiswürfel in der Hand an, wie ist es, Schnee zusammen zu drücken und wie verhält sich Schaum, wenn ich raufpatsche?

 

Lasst euren Ideen freien Lauf oder noch besser-

beobachtet eure Kids,denn sie werden meist allein noch viel kreativer, wenn man sie lässt und sich raus-zieht.

Dieses Video löst in mit ein ganz wohliges Gefühl aus, denn an diesem Tag haben wir das Wasser mit all seinem Umfeld ganzheitlich sinnlich entdeckt. Wir haben nicht nur Algen an Händen und Füßen gespürt, sondern auch Wind und Enten beobachtet, Steine ins Wasser platschen lassen und einfach das achtsam genossen, was da ist. Immer mehr versuchen wir im Hier und Jetzt das zu genießen, wo wir sind und was wir tun. Nicht ganz leicht, aber eine Ruhequelle für alle. Denn wir leben jetzt und nicht in der Zukunft (oder Vergangenheit!)

Ein Gemisch aus Wasser und Mehl lädt sogar noch 6-jährige zum matschen und experimentieren ein.

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Ertasten & spüren

Jeder Gegenstand, jedes Material, jedes Essen hat eine andere Beschaffenheit.

Hart, weich, körnig, sanft,mehlig, nass, trocken, stumpf... Es gibt tausende Varianten,wie sich etwas anfühlen kann und wie es sich verhält.

Gibt es nach? Ist es starr? Kann ich es quetschen oder ziehen.

Eine Menge Informationen hält ein einziges Material bereit, um die Welt immer ein Stückchen mehr zu BEGREIFEN. In dieser oben Grafik findest du nur ein Bruchstück von Beispielen.
Materialien, die du meist eh schon im Hause hast

Also, schnapp dir eine Schüssel oder einen Korb, eine Kiste oder eine Wanne und befülle sie vorerst mit NUR EINEM MATERIAL. Dein Kind wird ganz von alleine kommen und es untersuchen.

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Geht immer und darf immer mit dabei sein... Die Seifenblasen! Wer liebt sie nicht! Die XXL Seifenblasen kann das Kind sogar selbst machen, wenn es noch  nicht richtig pusten kann....

So bleibt uns Erwachsenen wenigstens nicht die Puste aus :-p

Ganz einfache Tastspiele findest du hier. Schnapp dir ein Behältnis deiner Wahl und lege dort Gegenstände hinein, die z.B. ein Thema wie "Naturgegenstände" haben.

Nun könnt ihr verschiedene Dinge damit anfangen:

  • ertasten, was man als erstes in der hand hält

  • einen vorher genannten Gegenstand erfühlen

  • oder einfach spüren und wahrnehmen, was man dort in den Händen vorfindet

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Körperkontakt

Körperkontakt- absolut unentbehrlich für die gesunde Entwicklung von Kindern!

 

Die Haut- unser größtes Organ und somit eine riesige Aufnahmequelle von Sinnesreizen, kann einige Emotionen auslösen. 

Einer unserer Söhne, extrem berührungsempfindlich, wollte schon als Baby kaum abgefasst werden und wehrte sich richtig gegen jegliche Art von Körperkontakt. 

Durch Ergotherapien und das eintauchen in das Thema Regulationsstörung in Kombi mit Hochsensibilität, würde uns noch bewusster, wie wichtig Berührungen sind. 

Eine Umarmung, ein Drücken, ein Streicheln, ein Knuffen. Achtsame Berührungen schütten das Glückshormon Oxytocin aus. Der Stresspegel sinkt, die Atmung und der Herzschlag verlangsamen sich. 

Klar also, dass wir unseren Kindern, die täglich die Welt neu und entdecken, viele Berührungen schenken müssen. 

Es gab bereits krasse Forschungen mit Affen und sogar Menschenkindern, bei denen herausgefunden würde, das Berührungen eine wahnsinnige Auswirkung auf die geistige UND sogar körperliche Entwicklung hatte. 

 

Sehr spannend hier weiter zu lesen, falls es dich auch so brennend interessiert

Aus dieser Quelle gibt es auch diese spannende Aussage, die für Pädagogen, die mit Gruppen arbeiten sehr spannend sein wird:

 

"Schon kurze Berührungen können unser Denken und unser Handeln beeinflussen. Zum einen ist Körperkontakt gut für die Gruppendynamik. In Freundesgruppen, in denen Berührungen untereinander normal und häufig sind, gibt es weniger Aggressionen." 

 

Wir könnten also Körperkontaktspiele wie Fangen und Kreisspiele gut einbauen, wenn der Streitpegel einer Clique nach oben schießt und die Aggressionen untereinander so besänftigen.

 

Nun denn.

Gleich geht's los mit den Actionkarten.

 

Vorher aber noch ein paar wichtige Hinweise für berührungsempfindliche Kinder:

 

Es gibt wie bereits erwähnt Kinder, die Berührungen vermeiden oder mit Abwehr reagieren. Dies kann verschiedene Gründe haben wie eine Regulationsstörung oder Hochsensibilität.

Hier benötigen Kinder noch mehr Körperkontakt, um den Stresspegel, der permanent ausschlägt, etwas herunterfahren zu können.

Auch Hyperaktivität  und Konzentrationsschwierigkeiten können ein Zeichen von Hochsensibilität gegenüber taktiler Reize sein!

 

 

Was kannst du konkret tun?

 

➡️Vermeide direkte Berührungen in Kopfnähe. 

 

➡️Gib klare Berührungsreize, also fasse das Kind fest an, statt unklar streichelnd. 

 

➡️Frage, bevor du berührst

 

➡️Du kannst den Gleichgewichtssinn des Kindes durch hüpfen, tanzen und drehen stimulieren, damit Berührungen besser angenommen werden. Bei Regulationsstörungen ist von weiterem Sinnesinput durch Bewegung allerdings anzuraten. Das führt zu Überreizung und lässt das Fass höchst wahrscheinlich bald überlaufen.

 

➡️Baue Berührungen spielerisch als etwas Schönes ein z.B. Mit Körperkontaktspielen wie Kitzeln oder auf dem Rücken schreiben. 

 

➡️Du kannst auch das selber Berühren anregen durch Körperteil Lieder wie "Kopf, Schulter , Knie und Fuß..." 

Quelle: Ylna Ellneby Die Entwicklung der Sinne, Wahrnehmungsförderung im Kindergarten, Lambertus 1997 -> altes Buch, aber ziemlich genial & kompakt!

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